Verhinderung von Verwicklung
Die Gefahr der Verwicklung in familiäre Muster eines Einzeltherapeuten wird durch eine zweite Fachkraft verhindert.

Systemisches Denken bedeutet, Kinder und Jugendliche immer im Zusammenhang mit ihren Lebenssystemen zu betrachten und zu unterstützen.
Als Jugendhilfeträger sehen wir uns in der Verpflichtung, bedarfsgerechte und innovative Methodik in unsere Arbeit zu verfolgen. Ein Großteil unserer Fachkräfte ist systemisch familientherapeutisch ausgebildet.
In der Familientherapie/systemischen Therapie werden Probleme nicht als Eigenschaft einzelner Personen gesehen, sondern immer als Ausdruck der aktuellen Kommunikations- und Beziehungsmuster eines Systems. Zu diesem System gehört die Kernfamilie und alle relevanten Beziehungen – z.B. auch zu Mitschülern:innern oder Lehrern:innen der Schule.
Welche Ressourcen hat die Familie und reichen diese aus, um eine Heimunterbringung zu verhindern?
Erweiterung der Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten des Einzelnen im System.
Wichtig: Die Bereitschaft zur Mitarbeit der Betroffenen ist eine wichtige Voraussetzung. Es ist jedoch auch möglich, mit Familien zu arbeiten, die die Hilfe nicht freiwillig angenommen haben und durch einen Zwangskontext zur Zusammenarbeit angehalten werden. Hier steht dann im Vordergrund, einen Auftrag mit dem System zu entwickeln.
Die systemtherapeutische Arbeit wird von systemisch ausgebildeten Familientherapeut:innen durchgeführt – in der Regel arbeiten zwei Fachkräfte zusammen.
Die Gesprächstermine werden so gestaltet, dass immer eine der systemisch ausgebildeten Fachkräfte die Gesprächsführung übernimmt und die jeweils andere die Rolle des Beobachters einnimmt.
Diese systemische Methode ermöglicht es, spontan auf Situationen, Konflikte, Gefühle oder auch Ressourcen zu reagieren, die sonst womöglich übersehen würden. In Form von Videos könnten solche Szenen erst nach einiger Zeit angesprochen werden, wobei es im Nachhinein oft nicht mehr möglich ist, eine ähnliche Stimmung zu erzeugen.
Es ist sowohl in den Gesprächssituationen als auch bei der Vor- und Nachbesprechung wichtig, zu zweit zu arbeiten, da es zu einem permanenten, gegenseitigen Reflexionsprozess der Fachkräfte untereinander kommt und so direkt der Reflexionsaustausch möglich wird.
Die Gefahr der Verwicklung in familiäre Muster eines Einzeltherapeuten wird durch eine zweite Fachkraft verhindert.
Unterschiedliche Standpunkte können vor dem Klienten angemessen diskutiert werden, um ein breites Spektrum von Veränderungsmöglichkeiten zu erarbeiten.
Eine Fachkraft kann die unangenehmeren Fragen stellen, während die andere den wohlwollenden Part übernimmt – dies bietet der Familie einen Perspektivwechsel.
Ein fachlich gutes Co-System, das Freude an der gemeinsamen Arbeit hat, wirkt als Modell für konstruktive Beziehungsqualität.
Der direkte Austausch der Fachkräfte sorgt für Transparenz und bietet der Familie das Fundament für eine offene und nachvollziehbare Zusammenarbeit.
Das Co-Team kann Mut und Neugier bei den einzelnen Familienmitgliedern ermöglichen und wirkt sehr hilfreich in belastenden Familiensystemen.
In der langjährigen Arbeit mit Familien hat es sich als sinnvoll herausgestellt, die Systemische Familientherapie mit der klassischen Unterstützung in Form von SPFH (Sozialpädagogische Familienhilfe) zu kombinieren.
Die intensive Unterstützung und Betreuung der Familie in Alltagsfragen kann eine entsprechende Entlastung für die Familie darstellen und gleichzeitig den therapeutischen Prozess einleiten. Dies ermöglicht auch sehr schwachen oder belasteten Familien eine Chance, in den Veränderungsprozess einzusteigen.
Die Aufgaben werden von den Fachkräften aus dem Co-Team übernommen, um die Wirtschaftlichkeit in Bezug auf die einzusetzenden Fachleistungsstunden in ein ausgewogenes Verhältnis zu setzen.
Veränderungen grundlegender Muster durch familientherapeutische Prozesse führen auf der Handlungsebene zu neuen wichtigen Lebens- und Beziehungserfahrungen.
Diese Verknüpfung soll Familien langfristig in ihrem Erziehungsalltag und Leben begleiten und als pädagogische Hilfe zur Selbsthilfe stärken.
Viele Menschen leben in einer Familie und haben sich noch keinerlei Gedanken gemacht, ob sie gerne in der Familie leben, ob diese Familie sie belastet oder sogar bedroht, ob es Freude macht, in dieser Familie zu leben.
Hier kann ein fachlich gutes Co-System, das Freude an der gemeinsamen Arbeit hat, sich gut reflektiert und im Austausch auch über eigene Empfindungen befindet, sehr hilfreich in belastenden Familiensystemen wirken. Das Team wirkt so als Modell für konstruktive Beziehungsqualität und kann Mut und Neugier bei den einzelnen Familienmitgliedern ermöglichen.
Wir beraten Sie gerne zu unserem systemischen Ansatz und entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein passendes Konzept für Ihre Familie oder Institution.
Unsere Expertise
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